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hotel4home Magazin | 04/05/2016

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Möbeldesign – Manufaktur, Passion, Lebensart

Möbeldesign – Manufaktur, Passion, Lebensart

Wie oft sind Sie nach einem Hotelaufenthalt nach Hause gekommen und haben sich für Ihre Wohnung das eine oder andere Stück aus gerade diesem Hotel z.B. in Ihr Wohnzimmer gewünscht? Wie oft haben Sie direkt im Hotel danach gefragt, woher dieses traumhafte Bett kommt, in dem Sie so gut geschlafen haben, wie lange nicht mehr? 

Seit 1998 gibt es eine deutsche Möbelmanufaktur, die diese Fragen nicht nur beantworten kann, sondern das eine oder andere Einzelstück designt hat. Die M-Möbeldesign Manufaktur in Bad Salzuflen hat schon eine Vielzahl an nationalen und internationalen Hotels mit Ihrem Möbeldesign geschmückt. Seit Mai haben wir einige dieser eleganten Möbelstücke in unserem Sortiment.

Wir hatten die Gelegenheit mit dem Kopf des Designs, Thomas N. Bock, ein Interview zum Thema Möbeldesign und seiner Passion zu führen:

Wann haben Sie zum ersten Mal über das Thema Design an sich und Möbeldesign im Speziellen nachgedacht ?

Das wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Sowohl mein Vater, als auch mein Großvater waren schon mit der Fertigung von individuellen Einrichtungsdingen vertraut und speziell mein Vater hat sich mit Interior- und Möbeldesign beschäftigt. Gezeichnet und skizziert habe ich seit ich denken kann. Das Thema Design und Möbeldesign „verfolgt“ mich um so intensiver, seit ich mich mit den verschiedenen Stilepochen, von der Antike bis heute, auseinandergesetzt hatte – ein wirklich äußerst interessantes Spektrum, wenn man allein den Bogen vom Barock zum Bauhaus spannt – was sich meines Erachtens in einer Einrichtung wunderbar ergänzt.

Gibt es jemanden, der für Sie der Star in diesem Segment ist und den Sie für seine Arbeit bewundern ?

Oh, da gibt es natürlich viele. Während meines Studiums war Philippe Starck allgegenwärtig und die absolute Design-Ikone. Bewundern tue ich doch den leider viel zu früh verstorbenen Designer des Luxus-Labels DONGHIA, John Hutton. Er hat es als einer von ganz Wenigen geschafft, die Klassik modern zu interpretieren und somit absolut zeitlose Entwürfe zu schaffen, die sowohl in ein klassisches, als auch modernes Interior passen. Ich würde sagen, er hat seit Anfang der 1990er Jahre den Stil des internationalen, urbanen Designs bestimmt.

Gibt es ein bestimmtes Ritual, dem Sie folgen, bevor Sie den ersten Strich aufs Papier bringen ?

Da ich schöne Schreibgeräte liebe, werden diese zunächst von mir parat gelegt und auf ihren Zustand
überprüft. Das bringt mir die nötige Entspannung für kreatives Arbeiten. Und natürlich darf ein gut
zubereiteter Kaffee dazu nicht fehlen.

Abgesehen vom Kaffee, was darf bei Ihrer Arbeit nie fehlen ?

Die direkte Kommunikation mit Menschen ist in unserem vernetzten Zeitalter für mich das höchste Gut. So greife ich lieber zum Hörer um zu telefonieren, als SMS oder What´s App-Nachrichten zu versenden. Für das genaue Erkennen von Kundenbedürfnissen ist das Gespräch für mich unerlässlich. Und natürlich die Freude an der Arbeit ist für mich zentral. Da halte ich es wie Karl Lagerfeld, der gesagt hat: „Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.“

Wenn ich in Ihr Wohnzimmer schauen würde, was würde mir sofort ins Auge fallen ?

Wahrscheinlich der Mix aus Alt und Neu. Ich liebe es antike Möbelstücke mit modernen zu kombinieren. Wobei modern dann für mich Dinge von Le Corbusier und Eileen Gray sind. Eingerahmt wird das Bild unserer Einrichtung durch unsere Bibliothek – Bücher gehören für mich absolut zum Wohnen und Leben. Genauso wie unsere kleine Sammlung von Kunstobjekten, z.B. des Berliner Künstlers Klaus Dupont. Diese sind ein außergewöhnlicher Schatz und Blickfang für mich.

Was ist ihr liebstes Möbelstück und warum ?

Eine schwierige Frage bei der Vielzahl von Objekten, die mir dabei durch den Kopf gehen. Aber ganz spontan würde ich sagen, meine Tischleuchte Rafaela, von John Hutton entworfen (so ein Zufall ….). Sie steht bei uns zu Hause auf einer schlichten Kommode und gleicht einer Kunstskulptur. Ein bekannter Architekt hat mal gesagt, die Leuchte habe mehr Sexappeal als so manche Frau. Ich freue mich jeden Abend, wenn ich nach Hause komme und die Leuchte betrachten kann.

Was macht für Sie die Manufaktur Moebeldesign so speziell ?

Unser Design orientiert sich am Menschen und seinen vielfältigen Bedürfnissen. Diese Bedürfnisse reichen von körperlichen und psychischen Bedürfnissen bis hin zu Anforderungen des menschlichen Verstandes an die gegenständliche Umwelt. Unser Design und Können richtet sich daher an den Kreis von Leuten, die sich mit dem was es handelsüblich im Interior-Design-Bereich gibt nicht zufrieden geben. Unser Ansinnen ist es, handwerkliche Einzelanfertigungen mit dem entsprechenden Komfort zu schaffen, die sich mit der Langlebig- und Zeitlosigkeit unserer Produkte vereinen. Außerdem sollte ein maßgeschneidertes Produkt individuell und emotional sein. Das versuchen wir schon mit der Art der Möbelherstellung zu vermitteln, sodass wir gern davon sprechen, dass Möbel, die unsere Manufaktur verlassen, eine Seele haben. Das macht sie einzigartig.

Ist das Designen für Hotels anders, als wenn Sie ein Möbelstück für einen privaten Haushalt herstellen ?

Ja, es ist wesentlich anders, da sie ihren Focus nicht nur auf einen privaten Haushalt richten, sondern auf ein vielseitiges Klientel mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen. Dinge in Hotels werden natürlich ganz anders strapaziert, da sie einer Dauerbelastung unterliegen. Das muss bei den Hotel-Entwürfen natürlich Berücksichtigung finden. Wobei letztendlich auch der Privatkunde von unserem dort erlernten Wissen profitiert. Ich denke, dass Hotel-Design für viele Dinge ein Vorreiter ist, um es später auch Privatkunden zugänglich zu machen. Nicht umsonst kehren viele Übernachtungsgäste aus Hotels von dort zurück und berichten, sie hätten dort dies oder das gesehen, was sie bis dato so nicht kannten. Auch ich habe durch viele Reisen und Übernachtungen in internationalen Hotels meinen Horizont für das Möbeldesign immens erweitern können.

 

Gibt es ein Vorbild aus der Natur, das Sie gerne in Form eines Möbelstücks umsetzen würden ? Oder haben Sie schon eines umgesetzt ?

Bei Tischen oder anderen Möbeln mit einer Oberfläche ist das durchaus gegeben und wurde von uns schon umgesetzt. Wir haben mal einen Esstisch konstruiert, dessen Platte ein naturbelassenes Brett aus der Mitte eines Baumstammes war – mit allen Ecken und Kanten. Die naturgegebenen Unebenheiten in dem Brett wurden mit Bronze ausgegossen, als Untergestell diente eine technische Edelstahlkonstruktion. Ein tolles, individuelles Unikat ! Mit Naturstein lässt sich natürlich auch einiges machen – und schon haben wir eine Idee.

Wie sieht in Ihren Augen der Stuhl der Zukunft in 50 Jahren aus ? Oder gibt es da gar keine Stühle mehr ?

Die Frage ist ja, wird man in 50 Jahren noch gemeinsam am Tisch sitzen, sei es um sich privat zu treffen
oder geschäftlich miteinander zu kommunizieren. Oder sind nur noch vernetzte Individualisten unterwegs, die einen Stuhl mit 1000 Funktionen bevorzugen, der dann auch entsprechend aussieht ? Ich habe die Hoffnung, dass dann auch noch ein kleines Klientel aus Traditionalisten vorhanden ist, welches die Evolution eines Stuhls aus den letzten 2000 Jahren bevorzugt.

Ohne welches Möbelstück würden Sie niemals umziehen und warum ?

Ohne meinen Le Corbusier Esstisch. Er ist der zentrale Meetingpoint für Familie und Freunde, um sich gemeinsam auszutauschen und um zu kommunizieren. Da herrscht dann auch absolutes Handyverbot ! Und danach dient er mir oftmals, wie beschrieben, als kreative Arbeitsstätte.

 

 

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